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Sie befinden sich auf der Internetseite, die die Wissenschaftliche Arbeit « Französisch und Frankokreol auf Dominica – eine sozio-histo-linguistische Datenerhebung – » begleitet und darstellt.

Die Arbeit wurde am Romanischen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau im Sommersemester 2010 von Tobias Leistenschneider angefertigt.

Gutachter der Arbeit ist Herr Prof. Dr. Stefan Pfänder.

Der Arbeit liegt eine Feldstudie zugrunde, die im März 2010 im Carib Territory auf Dominica, Heimat der Kalinago, durchgeführt wurde.

Ziel der Arbeit ist es, die Existenz amerindianischer Lehnwörter in der Frankokreolsprache Dominicas und der Kleinen Antillen aufzuzeigen, zu erklären und deren Häufigkeit in den Wortfeldern Flora und Fauna zu ermitteln. Hierzu wurde ein Ausschnitt dieser Wortfelder exemplarisch untersucht. Eine audio-visuelle Aufbereitung dieses Ausschnittes findet sich im Kapitel « Auf der Suche nach den Spuren – eine Feldstudie ».

Prolog und Dank

Warum heisst Papaya eigentlich Papaya?

Kreolisierung

Die Westindischen Inseln

Ein Meer voller Sprachkontakte

Auf der Suche nach den Spuren – eine Feldstudie

Houloulouye

Literaturverzeichnis

Anhang

Fußnoten

[1]    Dies sind, bis auf wenige Ausnahmen, die Sprachen der ehemaligen Kolonialherren.

[2]    Auf die Thematik des Sprachkontakts wird in Kapitel 3 genauer eingegangen.

[3]    Faine sieht das Wort creire aus dem Patois der Normandie als mögliches Etymon und argumentiert, dass das Wort Kreol auch im Indischen Ozean vorkam, wo jedoch keine Spanier oder Portugiesen zugegen waren. Chaudenson hält die Wanderung des Wortes aus den Antillen in den Indischen Ozean allerdings für nicht unmöglich (Chaudenson 2001: 1).

[4]    In den Frankokreolsprachen der Kleinen Antillen sind dies etwa die Dialekte der Normandie des 16. und 17. Jahrhunderts, da ein Großteil der Seefahrer von dort kam.

[5]    Eine kurze Geschichte Dominicas wird in Kapitel 4 gegeben.

[6]    Diese Theorie kann auch aus den eigenen Erfahrungen des Verfassers heraus als sinnvoll erachten, denn wie im Prolog erwähnt wurde, wurde schon einmal der Kanal zwischen Martinique und Dominica in einer amerindianischen Piroge überquert und dabei gelernt, dass die Strömungen zwischen den Inseln der Kleinen Antillen immer nord-west gerichtet sind, was eine Besiedelung aus Richtung Norden mit solchen Pirogen allein in ihrer physischen Herausforderung auf ein ganz anderes Schwierigkeitsniveau heben würde.

[7]    Besonders hervorzuheben ist hier die Einfuhr und Kultivierung von Maniok. Die Maniokkultur charakterisiert die darauffolgenden Bevölkerungen bis heute (Wilson 1997: 23). « La vie entière de l'Amérindien des Antilles et de la Guyane se déroule autour du manioc amer. » (Pluchon 1982: 38) Der Verfasser hat im Carib Territory auf Dominica beobachtet, dass das Maniokbrot « Cassava » heute dort nur noch für Touristen in einer kleinen Straßenbäckerei  in Salybia hergestellt wird, da es für den täglichen Verzehr zu teuer geworden ist.

[8]    Die Sprache der Inselkariben wird in Kapitel 3 erörtert.

[9]    Da die caniba tatsächlich Menschenfresser waren, entstand durch einen Tagebucheintrag Kolumbus in Europa ein neues Wort : Kannibale (Honychurch 1995: 21/22).

[10]  Dies ist natürlich eine extrem vereinfachte Sichtweise, doch mangels Platz und Rahmen dieser Arbeit möchte ich den interessierten Leser auf Wilson (1997), Whitehead (1995), Rouse (1986, 1992) und Hulme (1986) verweisen.

[11]  Der Anonyme von Carpentras, R.P. Jean-Baptiste du Tertre, R.P. Raymond Breton, R.P. Jean-Baptiste Labat.

[12]  Eine genaue Schilderung zur Unterscheidung zwischen Kannibalismus und Anthropophagie findet sich bei Hulme (1986: 16ff).

[13]  Die Kalinago Dominicas streiten übrigens jegliche Verbindung zu diesen historischen Fakten ab. Für sie hat es so etwas wie « Menschenfresserei » bei ihren Vorfahren nie gegeben.

[14]  « These edicts in practice allowed open season on all Indians, for anyone resisting Spanish imperialism was now considered 'Carib' » (Boucher 1992: 16).

[15]  Dies schlug sich auch in ihrer Sprache nieder. Die Wörter für solche Dinge die über 100 Jahre später von R.P. Breton als karibisch aufgezeichnet wurden, sind allesamt Lehnwörter aus dem Spanischen (Honychurch 1997a: 46).

[16]  Auch in diese Richtung gab es Wortentlehnungen wie zum Beispiel : Inselkaribisch icácou > Französisch les icacques > Kreol zikak. Es handelt sich um einen pflaumenartigen Obstbaum.

[17]  Jacques Petitjean Roget gibt in seiner Dokorabeit La Société d'habitation à la Martinique: un demi-siècle de formation, 1935-1985 (1978) eine detailgetreue Darstellung dieser ersten Phase der Kolonisierung.

[18]  « In 1659, French and English island officials convoked by Poincy concluded a treaty of alliance against all Island Caribs » (Boucher 1992: 51).

[19]  Dieser Ansatz geht auf die Studien Uriel Weinreichs (1968) zurück.

[20]  Im Gegensatz hierzu gibt es auch die intrinsischen Motive der Wortentlehnung, etwa semantische Wechsel innerhalb der Sprechergemeinschaft, welche aber sehr schwer nachweisbar sind und in dieser Studie keine Rolle spielen (Caudmont 1982).

[21]  Die Pflanzen- und Tierbezeichnungen, die vom Europäer entlehnt wurden, werden im zweiten Teil dieser Arbeit ausführlich behandelt. Für die andere Richtung betont Taylor: « In the earliest colonial days, Island Carib borrowed words freely, first from Spanish and later from French, Creole, and English. » (Taylor 1945: 141) Ein Beispiel hierfür wäre das Wort sìmisí < chemise (Taylor 1946: 213).

[22]  Eine erste Urkreolsprache, die sich aus diesen Kontaktsituationen entwickelte ist das so genannte Baragouin. Eine Art Mischsprache, bestehend aus Französisch, Spanisch und Holländisch, welches sich die Inselkariben selbst aneigneten, um mit den europäischen Handelspartnern zu kommunizieren. Diese Sprache wird von nahezu allen Chronisten erwähnt, wie du Tertre: « Ils [die Inselkariben] ont composé eux-mesmes une sorte de langue, dans laquelle il s'y rencontre de l'Espagnol, du Francois & du Flamand, depuis que ces nations ont eu commerce avec eux ; mais ils ne s'en servent lors qu'il negotient » (du Tertre 1654: 463).

[23]  Siehe zu der Thematik der Bedeutung des Goldes in der spanischen Kolonisierung Mittel – und Südamerikas die Dissertation von Martina Grimmig (2005).

[24]  Perönliche Kommunikation des Verfassers mit Thierry L'Etang im April 2010.

[25]  Dieses Phänomen wird bei der Analyse des vorliegenden Corpus deutlich zu beobachten sein.

[26]  Hier sind viele, auch in die modernen europäischen Sprachen aufgenommenen Begriffe entlehnt worden, wie zum Beispiel die Tomate. Zum Beleg siehe Anhang.

[27]  « Parfois, de jeunes garçons étaient laissés en terre américaine [Brasilien], pour apprendre la langue et servir, à l'avenir, d'intermédiaires » (Thevet 1953: vii).

[28]  Eine Karte, auf der die verschiedenen Sprachkontakte und deren Orte dargestellt werden, befindet sich im Anhang.

[29]  Französisch 1720 – 1763, Englisch 1763 – 1778, Französisch 1778 – 1783, Englisch 1784-1978 (weitere Eroberungsversuche seitens der Franzosen bis ins Jahr 1814) (Honychurch 1997a: 9; Taylor 1977: 198).

[30]  Siehe zur Geschichte Dominica besonders Honychurch, Lennox : The Dominica Story – A History of the Island (1995).

[31]  Der Verfasser hat während der Zeit der Studie bei und mit Regina und Coy in deren Haus gelebt.

[32]  Es gibt noch genau zwei solche Baustellen ; eine im Carib Territory auf Dominica und eine in den Wäldern der Kali'na in Guyana (persönliche Kommunikation des Verfassers mit Benoît Berard im April 2010).

[33]  Vor dieser Gefahr wurde der Verfasser im Vorfeld der Studie gewarnt, da einige Kalinago wohl darum bemüht seien, ihr traditionelles Image aufzupolieren, um mehr Touristen anzulocken.

[34]  Alle Zimmer hatten diese Problematik und auch ein Ausweichen nach draußen wäre keine bessere Alternative gewesen.

[35]  Kommunikation mit Serge Colot, Directeur de Licence Créole, Université des Antilles et de la Guyane im Juli 2010.

[36]  Eine Aufstellung des Corpus findet sich im Anhang.

[37]  Siehe hierzu Douglas Taylor Loan Words in Dominica Island Carib (1946).

[38]« Cr. mwinã (IC muéna 'house') designates a type of hut built […] » (Taylor 1963: 406).

[39]  Die Jagd nach diesen Krebsen, die nur nachts in den Flüssen des Regenwaldes von Hand gefangen werden, ist eine harte Arbeit. Der Verfasser nahm selbst an einer solchen teil.